Es soll Mountainbiker geben, die nicht gerne endlos Bergauf treten. Falls auch sie zu dieser Spezies gehören, sind sie in Bozen & Umgebung genau richtig. Denn auf alle drei Hausberge führt eine Seilbahn. Und ganz in der nähe lockt auch noch der Mendelkamm.
Es muss nicht immer schweißtreibend zugehen! Das dachte sich wohl auch
Josef Stafler. Der Bozner Gastwirt erfand 1908 die erste Bergschwebebahn
der Welt für den Personentransport – weil ihm die Behörden den Bau
einer Standseilbahn verwehrt hatten. Ziel seiner Erindung war es, den Sommerfrischlern die Anreise hinauf nach Kohlern zu
erleichtern. Denn dort, hoch über Bozen, verbrachten Leute, die es sich leisten konnten,
die Monate, in denen es unten im Tal unerträglich heiß wurde. Auch heute noch dient die
Kohlerer Seilbahn bequemen Menschen als Unterstützung beim Müßiggang.
Auch Menschen mit Fahrrädern. Für den Lift-Bediensteten sind sie kein
seltener Anblick. So schaut
er nicht einmal auf, als zwei Mountainbiker an der Talstation vorfahren, sondern kehrt mit
gleichmäßigen Besenstrichen weiter den Platz vor dem Gebäude.
ABGEFAHREN: KOHLERN – BOZEN
Sergio und Giorgio kennen sich aus. Sie rollen zum Hintereingang der Bahn, ziehen den Helm
vom Kopf und strubbeln sich mit der Hand durch die verschwitzten Haare. Das war bereits
die zweite Abfahrt in Folge. Eine dritte geht sich vor dem nachmittäglichen „Macchiato“
noch aus. Besonders unter Freeridern gilt die Abfahrt von Kohlern hinunter nach Bozen als
Schmankerl: Die Aufahrt mit der Bahn ist günstig, auf der Strecke sind
kaum Wanderer unterwegs und bei den Singletrails durch den Wald kann zu
denen in Kanada nicht viel fehlen.
Die zwei Biker kommen jedenfalls wegen der Abfahrt. Andere
Menschen wegen der Gegend.
Denn die Strecke kann man so
oder so sehen – sportlich oder landschaftlich. Wer auf letztere Variante
steht, ignoriert einfach die technischen Schwierigkeiten. Und konzentriert sich stattdessen auf die landschaftlichen Details:
bunte Blumenwiesen, blühende Holunderstauden, Grillenzirpen, den Duft
der Lindenblüten. Sergio und Giorgio haben dafür nicht viel übrig.
Sie
sehen zwar, dass die Kirschen am
Ortseingang von Herrenkohlern noch nicht ganz reif sind. Aber
selbst wenn sie es wären, würde das die beiden Mountainbiker
sicher nicht zum Anhalten bewegen. Vorbei an Bauerngärten,
dem Kirchlein Maria Himmelfahrt und einer alten Linde treten
sie weiter Richtung Wolftal. Dort, an der Alm, biegen sie scharf
links ab, in den Wald hinein. Hier beginnt ihr Gelände. Das ist
ihr Revier. Dieser Weg will den Fahrer ganz klar abwerfen. Doch
Sergio und Giorgio vertrauen auf den Federweg der Bikes und
ihre körperliche Geschmeidigkeit. Eine Wurzel, ein paar Blöcke,
ein Sprung, nur nicht zu stark bremsen. Wo Gelegenheitsradler
längst schieben, machen Sergio und Giorgio Meter. Und sind in
kürzester Zeit wieder an der Talstation angelangt.
Die ist eine von dreien im Stadtgebiet von Bozen. Denn die
klassischen Naherholungsziele der Städter – Ritten, Kohlern
und Jenesien – sind allesamt mit einer Seilbahn erschlossen. Ein
perfektes Revier für Sergio und Giorgio. Die sind nämlich keine
Freunde des stundenlangen Bergaufkurbelns. Stattdessen genießen sie es, auf der Fahrt durchs Zentrum einen kurzen Stopp
in der Bar einzulegen. Und anschließend die nächste Aufstiegshilfe anzusteuern.
JENESIEN
Der alte Ort liegt ebenso wie Kohlern auf über 1000 Metern
Höhe und bietet herrliche Blicke auf die Dolomiten-Massive
Latemar, Rosengarten, Plattkofel, Langkofel und Sella. In Jenesien
eröfnet sich aber nicht nur beim Panorama die große Vielfalt. Auch
Giorgio und Sergio müssen sich entscheiden. Sollten
sie vielleicht doch ein bisschen bergauf fahren und das Hochplateau des
Salten erkunden? Oder noch eine richtige Nachmittagstour durch die
Schlucht ins Sarntal in Angriff nehmen?
Ein
Blick zum Himmel hilft ihnen bei der Entscheidungsfindung:
Graue Wolken schieben sich zu Türmen auf. In der Ferne hängen
Regenschleier bis zum Boden. Die schwüle Hitze des Tages hatte Gewitter erahnen lassen. Jetzt sind sie da. Sergio und Giorgio
entscheiden sich für die kürzeste Variante – die direkte Abfahrt
hinunter nach Bozen. Die ist zwar laut Beschreibung ziemlich
steil. Aber das Donnergrollen kommt immer näher und die ersten Regentropfen platschen wie kleine Wasserbomben auf den
Asphalt. Was soll’s – nass werden sie sowieso. Also nichts wie
los. Die zwei Kilometer auf der Hauptstraße liegen schnell hinter ihnen und als sie kurz darauf den höchsten Punkt der Tour
erreicht haben, dürfen sie sich auf ein Abfahrtsvergnügen der
besonderen Art freuen. Zuerst kommt ein Waldweg, dann ein Forststräßchen, dann ein Singletrail. Der lässt das Herz der beiden höher schlagen. Das Stück ist steil, aber durchwegs fahrbar
und als sie den Aussichtspunkt oberhalb von Glaning erreichen,
legt Sergio eine Vollbremsung hin. Mit so einem Ausblick hatte
er nicht gerechnet. Und schon gar nicht mit so einer Stimmung.
Unter ihnen liegt Bozen, der Himmel hängt voller grauer Wolken
und die Sonne steht schon so tief, dass sie die Welt in ein Licht
taucht, bei dem man die Zeit anhalten möchte. In der Ferne
blitzt es, doch Sergio und Giorgio stehen wie angewurzelt in der
Ruhe vor dem Sturm. Plötzlich fangen die Blätter an zu rauschen,
Wind kommt auf. Das ist das Zeichen zum Weiterfahren. Denn
die Strecke ins Tal verläuft auf einem alten, teilweise sehr steilen
Karrenweg – und der ist bei Nässe sicher kein spaßiges Gelände.
Kurz bevor die beiden die Stadtgrenze erreicht haben, bricht
das Gewitter los. Es blitzt und donnert, schüttet aus Kübeln.
Sergio und Giorgio stellen sich unter und freuen sich. Denn die
Touren, bei denen man wettertechnisch Risiken eingeht, sind
oftmals die schönsten. Vor allem dann, wenn man nicht wirklich
nass wird. Eine halbe Stunde später ist alles vorbei. Und beim
Abendessen kündigt der Wirt stabiles Wetter für den nächsten
Tag an. Damit steht einem Auslug zum Monte Roen auf der
Mendel, dem Grenzkamm zwischen Südtirol und dem Trentino,
nichts mehr im Wege. Eine Tour mit Gipfel müssen Sergio und
Giorgio schließlich noch fahren! Und wenn’s mit Unterstützung
der Standseilbahn ist...
Mittwoch, 25. April 2012
Sonntag, 22. April 2012
Meran 2000 erleben
Auf Meran 2000, vor der imposanten Bergkulisse von den Dolomiten
bis zur Ortlergruppe, schlägt das Herz des
Wanderers höher und lässt Ihn ausgiebig und genüsslich Wandern.
Auf zahlreichen gesicherten Klettersteigen kann er zudem erste Bergsteigererfahrungen
machen.
Für ein Einkehrerlebnis der besonderen Südtiroler-Art garantieren die diversen Alm-Hütten mit Ihren herrlichen Sonnenterrassen.
Meran 2000 steht niemals still!
Im Sommer lässt "Luckis Kinderland" – ein Spielareal aus Naturmaterialien an der Bergstation der Seilbahn – Kinderherzen höherschlagen. Auf die Kinder warten Wasserläufe, Geschicklichkeitselemente und ein Kleintier- bzw. Streichelzoo.
Im Sommer lässt "Luckis Kinderland" – ein Spielareal aus Naturmaterialien an der Bergstation der Seilbahn – Kinderherzen höherschlagen. Auf die Kinder warten Wasserläufe, Geschicklichkeitselemente und ein Kleintier- bzw. Streichelzoo.
Für
die Abenteuerer unter den Gästen steht ein brandneuer "Speed-Hiking-Trail" von
der Talstation zur Mittelstation oder von
der Mittelstation zur Bergstation bereit. Oder eine Fahrt mit dem Alpin Bob (längste Schienenrodelbahn
Italiens), die für einen hohen Spaß- und Erlebnisfaktor für die ganze Familie sorgt und ganzlährig geöffnet ist.
Auch hochkarätige Events hat Meran 200 zu bieten:
Ein Jazzkonzert in luftigen Höhen, ein Gourmetevent „Sterne Schlösser Almen“ auf der Rotwandhütte mit
Köchin Herta Egger und dem Menü des Sterne-Kochs Andrea
Fenoglio.
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